Im Fokus

Breitmaul mit Vision

Das Geheimnis der Talentschmiede

Martin Amstutz führt zusammen mit Martina Knaus-Wick die Breitmaul AG in Sachseln OW, die sozusagen als Trainingscenter für junge Köchinnen und Köche fungiert. Über das Geheimnis der Talentförderung und was es mit dem Breitmaul auf sich hat.

Ein lächelnder Koch mit Brille garniert in einer modernen Küche Speisen auf einem Tisch.
Photo: David Birri

Ihr habt einen lustigen Namen. Was hat es damit auf sich?

Der Name Breitmaul stammt aus unserem ersten Konzept in Bern, als wir den «Bärnliner» anboten – für den man ein grosses Maul braucht. Heute steht er auch für unser Motto «Gast.Freund.Schaft» mit einem breiten Lächeln.

 

Was macht jemanden zum Breitmaul, also zu einem potenziellen Teammitglied für Euch?

Neben fachlichen Qualitäten zählt vor allem die Haltung: Excellence im Beruf, ein wertschätzendes Miteinander, Neugier und die Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen, sowie Energie im Sinne von Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein. Wer das mitbringt und sich als Teil eines Teams versteht, ist für uns ein Breitmaul.

 

Breitmaul gilt als Talentschmiede. Warum ist das so?

Die Talentförderung ist für uns viel mehr als ein zusätzliches Angebot. Sie ist ein wichtiger Teil dessen, warum es Breitmaul überhaupt gibt. Martina Knaus-Wick und ich haben beide selbst erlebt, was Berufsmeisterschaften auslösen können. Wir gewannen 2018 die Schweizermeisterschaften in unseren Berufen Restaurant-Service und Küche und durften 2019 an den Berufsweltmeisterschaften in Kasan – der Hauptstadt der Republik Tatarstan – teilnehmen. Diese intensive Zeit mit all ihren Hochs und Tiefs hat uns fachlich, aber vor allem auch persönlich enorm geprägt. Es war eine Art Lebensschule.

 

Was haben Sie gelernt?

Wir wissen nun aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, wenn jemand an einen glaubt, Zeit investiert und einem die Möglichkeit gibt, sich zu entwickeln. Genau das möchten wir weitergeben. Wir wollen jungen Berufsleuten ein Umfeld bieten, in dem sie gefordert und gefördert werden. Beispielsweise ermöglichen wir Jungköchinnen und Jungköchen Teilzeitanstellungen, damit neben der Arbeit genügend Zeit für Trainings bleibt. Unser Atelier bietet zudem einen Ort, an dem trainiert und ausprobiert werden kann. Für mich bedeutet eine Talentschmiede aber nicht nur, jemanden auf einen Wettbewerb vorzubereiten. Es geht darum, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und ihnen zu zeigen, was in ihnen steckt.

 

Ihr bietet auch Trainings für internationale Meisterschaften wie zum Beispiel die EuroSkills an. Weshalb habt Ihr Euch unter anderem der Talentförderung verschrieben?

Weil eine Branche nur mit Investition in ihre Menschen eine Zukunft hat. Angesichts des Fachkräftemangels wollen wir aktiv etwas bewirken statt nur darüber zu reden. Wenn junge Menschen Erfolg erleben, entsteht Begeisterung – und genau die möchten wir weitergeben. Ganz im Sinne unserer Mission, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.

 

Was macht Ihr anders als andere?

Wir wollen nicht alles anders machen, sondern es auf unsere Weise tun: authentisch, bodenständig und offen für Neues. Ausprobieren, verwerfen, daraus lernen – das zieht sich durch unsere ganze Geschichte. Unsere Kombination aus Professionalität und Persönlichkeit zeichnet uns aus.

 

Die Gastrobranche hat Mühe mit der Personalrekrutierung. Was brauchtes, um junge Menschen für die Gastronomie zu begeistern?

Junge Menschen müssen die Gastronomie als Chance erleben, nicht nur als Branche mit unregelmässigen Arbeitszeiten. Es braucht Ausbildungsbetriebe, die einen guten Einstieg ermöglichen und zeigen, was der Beruf bietet: Kreativität, Handwerk, Teamarbeit und echte Wirkung. Genauso wichtig ist Raum fürs Privatleben – nur so bleiben junge Leute langfristig in der Branche.

 

Was ist für junge Menschen in der Gastronomie und vor allem in der Gastroküche wichtig, damit sie in dieser Branche eine Perspektive sehen und der Beruf attraktiv ist?

Am wichtigsten ist das Gefühl, sich entwickeln, kreativ sein und Verantwortung übernehmen zu können. Die Küche bietet dafür unglaublich viel Raum. Es braucht aber auch Vorbilder, die zeigen, was mit Leidenschaft erreichbar ist – deshalb ist Talentförderung so wichtig. Am Ende zählt Wertschätzung: junge Menschen müssen als Person gesehen werden, nicht nur als Arbeitskraft.

Ein lächelnder Koch mit Brille garniert in einer modernen Küche Speisen auf einem Tisch.

Portrait

Martin Amstutz

Alter: 28

Lieblingsküche: Mediterrane Küche

Lieblingsgetränk: Zitronenwasser

Hobbys: Reisen, mit Freunden essen und trinken

Davon träume ich: Ich lebe meinen Traum

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