Montag, 06.07.2026

Brüder mit grossen Ambitionen

Gastfreundschaft, Qualität und schneller Service sind die drei Schlüssel zum Erfolg von «Poulet Secret» aus Neuenburg. Dank ihres zu 100 Prozent schweizerischen und hausgemachten Konzepts sind Herman und Jose Gabriel Herrera Spinas jedes Jahr auf rund vierzig Festivals in der Schweiz unterwegs.

Erfolg hängt oft von kleinen Dingen ab: einer innovativen Idee, perfektem Timing, unerschütterlicher Beharrlichkeit, gewürzt mit etwas Glück und jenem undefinierbaren Etwas, das die schönsten Erfolgsgeschichten auszeichnet. Die Brüder Herrera Spinas erfüllen diese Kriterien. Aber Lässigkeit, Geselligkeit und der Sinn für Gemeinschaft sind ebenfalls Teil dieses Gespanns, bei dem alles wie von selbst läuft. 

Wie würden Sie Ihr Fast-Food-Konzept beschreiben? 
Herman Herrera Spinas: Es handelt sich um ein zu 100 Prozent schweizerisches Qualitätsangebot, das den Erwartungen der Kundschaft entspricht – besonders bei Festivals, unserem Hauptwirkungsfeld. Unsere Speisen sind schnell, fein, originell und bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. 

Was ist das Geheimnis Ihres Familienduos an der Spitze von Poulet Secret? 
Herman: Wir haben unterschiedliche Profile. Das macht unsere Stärke aus. Jose Gabriel, der zwei Jahre jünger ist als ich, war Bauingenieur in Venezuela. Er kümmert sich um die Struktur, die Logistik, die Stände und die Technik. Ich komme aus dem Hotel- und Gastgewerbe. Mein Bereich sind die Rezepte, die Lieferanten, die Mitarbeitenden und die Organisation. 

Woraus besteht Ihr Angebot? 
Herman: Wir haben hausgemachte Rezepte auf der Basis von frischem Poulet entwickelt, die für ein Publikum auf der Durchreise gedacht sind. Man kann sie sowohl im Sitzen als auch im Stehen oder beim Gehen geniessen. So erklärt, klingt die Zubereitung simpel, aber glauben Sie mir, nichts ist so einfach. 
Jose Gabriel Herreras Spinas: Wenn man täglich bis zu 2000 Festivalbesucherinnen und -besucher bedient, muss alles bis ins kleinste Detail durchdacht sein: die Handhabung, die Behälter, die Qualität, das Tempo der Zubereitung, der Personenfluss usw. 
Herman: Da erkennt man sofort den Geist des Ingenieurs, nicht wahr? 

Sie legen Wert darauf, dass Ihre Rezepte zu 100 Prozent glutenfrei sind. Warum? 
Herman: Damit sich jede und jeder etwas gönnen kann. Unser Mehl ist einzigartig: Es enthält 14 Gewürze und sorgt für die knusprige Panade, die alle lieben. Wir haben das Rezept schützen lassen und die Herstellung einem Fachmann anvertraut, der an eine Vertraulichkeitsvereinbarung gebunden ist. Etwa fünfzehn Versuche waren nötig, um eine Alternative zu Weizenmehl zu finden. Auch unsere Saucen sind hausgemacht. Nur der Ketchup nicht! Ketchup bleibt eben Ketchup. 

Ihr stammt aus Venezuela. Warum habt ihr euch für die Schweiz entschieden? 
Herman: Wir haben die doppelte Staatsbürgerschaft, auch wenn wir in Venezuela geboren und aufgewachsen sind. Unser Grossvater ist Schweizer, er arbeitete für Nestlé. Er kam zusammen mit unserer Grossmutter nach Venezuela, um dort die erste Milchpulverfabrik zu errichten. Meine Mutter wurde in der Schweiz geboren, ging aber später nach Venezuela, um dort zu studieren. Ich habe mich vor 13 Jahren in der Schweiz niedergelassen und Jose Gabriel ist vor fünf Jahren zu mir gestossen. 

Ihr habt euch mit einem Lokal in Neuenburg niedergelassen. Warum diese Wahl? 
Herman: Wir wollten einen Ort, an dem wir unsere Rezepte testen, unsere Speisekarten zusammenstellen und uns mit der lokalen Kundschaft austauschen können. Wir sind mit mehreren Ständen auf dem Weinfest sehr präsent. Und ich wohne in Neuenburg. 
Jose Gabriel: Das war eine logische Entscheidung. Ich wohne in Winterthur, pendle aber hin und her. Derzeit finden im Obergeschoss unseres Restaurants Bauarbeiten statt, um einen zweiten Saal zu eröffnen. Auch hier kümmerte ich mich um die Pläne und die Gestaltung. 

Der Ingenieur ist also nie weit weg? 
Jose Gabriel: Niemals! Mit Hermans Ideen und meinem praktischen Entwicklungssinn können wir Grosses erreichen. 

Wie geht dieses Abenteuer nun weiter? 
Herman: Wir überlegen, weitere Filialen wie die in Neuenburg an anderen Orten in der Schweiz zu eröffnen. Und warum nicht die zweitgrösste zu 100 Prozent schweizerische Fast-Food-Kette werden? Wir sehen uns in fünf Jahren wieder und erzählen euch dann alles darüber! In der Zwischenzeit: Möchtet ihr euer Poulet mit der Poulet-Secret- oder der Satay-Sauce? 

 

JOSE GABRIEL HERRERA 
Alter: 38 
Liebstes Poulet-Rezept: Das Special mit BBQ-Sauce – das ist die perfekte Kombination 
Hobbys: Meine Partnerin und ich haben zwei Kinder im Alter von einem und vier Jahren – uns wird nie langweilig 

HERMAN HERRERA 
Alter: 40 
Liebstes Poulet-Rezept: Das Original, denn der Geschmack ist perfekt. Und mein Favorit ist die Satay-Sauce, eine hausgemachte Mischung aus Erdnüssen und Gewürzen 
Hobbys: Laufen, Zeit mit meinem siebenjährigen Sohn verbringen, zudem schleppe ich jede Woche eine Tonne Poulet – das ist mein Fitnesstraining 

 

Poulet Secret Swiss-Festival-Tour 2026 
Alle Festivaltermine, an denen «Poulet Secret» anzutreffen ist, finden Sie auf dem Instagram-Profil von «Poulet Secret». 

 

Text: Sophie Dürrenmatt 
Foto: Valentin Flauraud