Montag, 02.03.2026
Einmal Döner mit allem
Wie kam es vor drei Jahren zur Eröffnung von «The Bab»?
Am Anfang spielte der Zufall eine grosse Rolle. Während meines Wirtschaftsstudiums startete ich mein erstes Gastronomieprojekt in Dietlikon ZH, das überraschend gut anlief. Später fragte mein Freund und heutiger Geschäftspartner Metin Erkasap, ob ich Interesse an einem gemeinsamen Betrieb hätte. Er überzeugte mich schliesslich – und so entstand «The Bab». Ich wollte allerdings schon immer Unternehmer werden.
Was ist bei «The Bab» anders als bei einem klassischen Kebab-Take-away?
Wichtig sind die Fleischspiesse in hoher Qualität, die wir aus einer Metzgerei in Zürich beziehen. Wir wollten zudem weg vom klassischen Take-away und eher in Richtung Kebab-Restaurant mit Sitzplätzen und einer wertigen Einrichtung. Wir befinden uns hier an privilegierter Lage im Zürcher Kreis 1. Es gibt viele Geschäftsleute, Bankerinnen und Banker. Entsprechend haben wir in eine gute Lüftung investiert, damit es weniger Geruchsemissionen gibt. Zudem bieten wir neben Kebab im Taschenbrot und dem Wrap (Dürüm) auch Bowls an. Die Gäste können diese selber zusammenstellen und dafür die Fleischsorte, vegetarischen Zutaten und Reis, Pommes oder Salat miteinander kombinieren.
Wie haben Sie als Jungunternehmer die Investitionen gestemmt?
Mit einem Mix aus Eigen- und Fremdkapital. Ich war selber überrascht, dass wir einen Kredit erhalten haben für einen neuen Gastrobetrieb in Zürich. Aber das Konzept und die Erfahrung, die dank dem Barbetrieb und der Metzgerei im Hintergrund vorhanden waren, scheinen geholfen zu haben.
War es für Sie auch eine Nervensache, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich verstehe, dass viele Menschen Respekt haben vor dieser Verantwortung. Ich selbst mache mir wenig Sorgen. Soweit ich einen Plan gut durchdenken und auch durchrechnen kann, mache ich das. Es gibt immer Herausforderungen und Überraschungen, denen man sich stellen muss. Das ist auch das Spannende daran. Ich kann jede und jeden nur ermutigen, diesen Schritt zu wagen.
Es gibt in der urbanen Gastronomie also Platz für neue Konzepte?
Absolut! Ich komme aus einer Unternehmerfamilie und habe von Haus aus mitbekommen, dass Selbständigkeit mit Herausforderungen wie einer Kreditaufnahme oder auch Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbunden ist. Vielleicht ist diese Schwelle am Anfang für viele Leute ungewohnt. Ich glaube aber, dass sich ein gutes Konzept, etwas Mut und auch Disziplin auszahlen. Aber ich würde mir auch wünschen, dass angehende Gastronominnen und Gastronomen bei der Gründung mehr Unterstützung erhalten würden. Es kommen bei einer Unternehmensgründung einfach sehr viele Dinge gleichzeitig zusammen.
Wie gehen Sie mit Kritik um, beispielsweise auf Social Media?
Das trifft mich nicht. Negatives bleibt den Leuten mehr haften als Positives, das zeigt sich dann in den Rezensionen. Um gegenzusteuern, ermutigen wir die Gäste, uns auch zu bewerten, wenn sie zufrieden waren. Einmal war ein bekannter Influencer bei uns zu Gast und fand unseren Döner sehr gut, allerdings kam er mit allen Extras auf einen Preis von 17.90 Franken. Seine Community fand dann, das sei zu teuer für einen Kebab. Dabei ist den Leuten nicht bewusst, wie viele Kosten hinter einem Gastrobetrieb stecken.
«Kritik trifft mich nicht»
Werden Sie noch weitere Filialen eröffnen?
Das wäre schön und auch das langfristige Ziel. Aber wir nehmen uns Zeit, beim ersten Betrieb so lange am Konzept zu feilen, bis alles sitzt. Ich möchte nicht später an drei Fronten gleichzeitig nachbessern. Und zudem ist in Zürich die Standortsuche eine riesige Herausforderung – aber wir halten die Augen offen.
SINAN SARI
Alter: 28
Hobbies: Sport! Joggen, Krafttraining und alle Ballsportarten
Lieblings-«Bab»-Bestellung: Wrap Classic mit hausgemachter Spicy-Amor-Sauce
Lieblingsessen: Raclette
Text: Simone Knittel
Foto: Florian Spring