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Marktbericht Q3/2026

Einblick und Ausblick

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Der Marktbericht für das dritte Quartal 2026 steht im Zeichen der geopolitischen Unsicherheit. Trotz einer schrittweisen Deeskalation belastet der Konflikt im Iran die Weltwirtschaft weiterhin. Schäden an der Öl- und Gasinfrastruktur in der Golfregion erschweren die Normalisierung des Energieangebots, selbst wenn sich die Lage rund um die Strasse von Hormus teilweise entspannt.
 
Besonders im Fokus steht die Versorgung mit Düngemitteln. Die World Farmers’ Organisation warnt davor, dass anhaltende Störungen im Düngemittelhandel die globale Nahrungsmittelproduktion bis 2027 deutlich senken könnten. Vor allem die Südhalbkugel wäre davon betroffen. Kurzfristig gelten die Getreidereserven zwar als ausreichend, mittel- bis langfristig bleibt die Lage aber angespannt.
 
Bei Kaffee ist hingegen eine Entspannung erkennbar. Verbesserte Ernteerwartungen haben in den vergangenen Monaten zu sinkenden Preisen geführt, und der Markt beginnt sich auf tieferem Niveau zu stabilisieren. Auch bei Kakao zeigt sich eine rückläufige Entwicklung: Hohe Schokoladenpreise haben die Nachfrage spürbar gebremst, während gleichzeitig grössere Erntemengen auf den Markt kommen. Entsprechend wird erwartet, dass auch die Preise für Schokoladenprodukte wieder nachgeben könnten.
 
Uneinheitlich präsentiert sich die Lage bei Pflanzenölen. Bei Sonnenblumenöl bleibt die Versorgung in Europa eher knapp, weshalb viele Marktteilnehmer die Entwicklung der neuen Ernte abwarten. Grundsätzlich werden zwar tiefere Preise erwartet, Unsicherheiten – insbesondere mit Blick auf Osteuropa – bleiben jedoch bestehen. Beim Rapsöl ist der Schweizer Markt für das Erntejahr 2026 angespannt, unter anderem wegen leicht rückläufiger Anbauflächen und zunehmender Herausforderungen im Pflanzenschutz.
 
Auch beim Olivenöl sind die Preise in Italien und Spanien derzeit rückläufig. Die schwächere Nachfrage, unter anderem als Folge der hohen Preise im Vorjahr, erhöht den Verkaufsdruck. Gleichzeitig bleibt der Markt anfällig für neue Preisschübe, etwa durch Wetterextreme, Dürreperioden oder geopolitische Entwicklungen.
 
Bei Industrietomaten hat sich die Lage zuletzt beruhigt. Hohe Erntemengen in Italien haben die Preise sinken lassen, die sich inzwischen auf tieferem Niveau stabilisiert haben. Bis zur nächsten Ernte wird mit keiner grösseren Veränderung gerechnet. Im Bereich Milchprodukte bleibt der Schweizer Markt dagegen von einem anhaltenden Milchüberschuss geprägt. Hohe Fettgehalte und grosse Butterlagerbestände führen zu zusätzlichem Druck, weshalb weitere gestützte Butterexporte beschlossen wurden.
 
Der Marktbericht zeigt damit ein differenziertes Bild: Während geopolitische Risiken und strukturelle Engpässe in einzelnen Bereichen weiter belasten, sorgen verbesserte Ernten und eine schwächere Nachfrage bei anderen Rohstoffen für erste Entlastung.